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Ja, er ist ein harter Hund der Flo, zugegeben. Wer auf einer KTM 380 EXC mal 80 km am Stück auf Stollen heruntergerissen hat, der weiß das zu beurteilen und ist auch bei sämtlichen Stammtischdiskussionen über jeden Zweifel erhaben.

Eine 380 EXC würdig zu reiten verlangt schon einiges an Hingabe. Alles kein Problem… Er war ja noch jung. Er war noch so gelenkig und fit, dass die starken Vibrationen, die spartanische Sitzbank und das ständig zum Himmel tendierende Vorderrad als Spaß anstatt als Plage empfunden wurden. Einfach alles war machbar.

Doch auch anatomische Gegebenheiten ändern sich…damals war auch noch eine andere Zeit.

Da waren alle Glieder geschmeidig, nur eines war steif.

Heutzutage sind alle Glieder steif, nur eines geschmeidig…

Und just zum bevorstehenden 30. Geburtstag wurde auch dem Flo klar, dass das Wort „Juvenilität“ schon bald nicht mehr gemeinsam in einem Satz mit seinem Namen erwähnt werden wird.

Denn schon bald ist die subjektive Vergangenheit länger als die subjektive Zukunft…

Eines ist wichtig: Alpenglüher altern nicht, und wenn doch, dann nur physisch…im Kopf werden wir niemals erwachsen. „The older the boys, the bigger their toys“…das passt!

Es dauerte nicht lange bis ein Vehikel aus dem Land der aufgehenden Sonne ihren Weg in unser Vereinslokal fand. Genauer gesagt eine Honda Hornet CB 600 aus dem Baujahr 2001 in schwarz. Und jeder wusste: die ist absolut nix Besonderes.

Während italienische, österreichische, englische und amerikanische Mopeds Fans auf der ganzen Welt haben, ist die einsame alte Honda sowas wie das rothaarige Adoptivkind der Nakedbike Szene. Da zwei Zylinder zu viel, dort ein paar PS zuwenig, das Design zu weichgespült…auf jeden Fall halt nicht das, was man mit dem heiligen Gral assoziiert.

Grund genug sich ausführliche Gedanken über mögliche Änderungen des Designs zu machen. Und wie das halt bei den Alpenglühern so ist, wird die ganze verfügbare Kohle unterm Jahr für Sprudl und Reifen verfeuert, was wiederum als logische Konsequenz zu budgetären Engpässen führt.

Low budget, aber trotzdem geil“ lautete die Devise, und wenn bei in unserem Verein jemand mit handwerklichem Geschick dabei ist und sämtliche Umbauten kostengünstig umsetzen kann, dann ist das mit Sicherheit der Flo.

Erste Ideen für das Design waren schnell gefunden: Von „Hello Kitty“ vom Matz über „Twilight Hommage“ vom Kanei bis hin zu „Mundl Sackbauer Mottobike“ vom Ajdin war alles dabei. Und obwohl „Hello Kitty“ beinahe das Rennen gemacht hatte, fiel die Entscheidung auf ein Design, welches dem eines NATO-Fahrzeuges ähneln sollte.

NATO-Look, low budget, geil – wie kombiniert man diese Sachen? Es war einer der seltenen Augenblicke, bei dem bei den Alpenglühern mal was anderes wie ein Hinterreifen rauchte: nämlich der Kopf (ok, und die Tschigg…). Matt lackiert muss sie sein, ohne Zweifel. Im Farbton Natooliv genauer gesagt. Xenon muss rein. Ein paar graue (für den Rat-Look) und goldene (Mitglieder des Generalstabes haben immer was Goldenes) Applikationen noch und weiße Aufkleber mit NATO-Sternen und Seriennummern.

Moment! Aufkleber? Aufkleber auf so einem detailverliebten Moped sind Mephistopheles` Werk und werden somit dem gemeinen Pöbel bzw. der Golf GTI – Fraktion überlassen. Und genau deshalb wurden sämtliche Schriftzüge in filigranster Airbrush-Kunst auf die Teile der Hornet gezaubert.

Der ganze Umbau erstreckte sich über ca. einen Monat und ich könnte jetzt eine Menge von technischen Daten dieses Mopeds erwähnen. Doch leider muss ich zugeben dass ich davon genau null Plan habe, und deshalb hab ich mir einfach zwei Attribute rausgesucht, welche die Hornet am Besten beschreiben können:

BÖSE und GEIL

Sie polarisiert total. Entweder sie gefällt oder eben nicht. Doch es ist natürlich nicht ihr Anspruch everybody’s darling zu sein. Was auf jeden Fall nicht funktioniert: wegzusehen wenn sie vorbeidonnert. Resistance is futile. Widerstand ist zwecklos, sozusagen.

Was aber das Wichtigste ist: Sie soll dem Reiter noch etliche Straßen-, und im besten Falle noch viel mehr Wurstkilometer bescheren

 

rrR1-2015

With Cortese und Kanei-San

 

Am Programm stand das ultimative Ring Wochenende. Zuerst 2 Tage in der Gluthölle von Rijeka (Kroatien) und anschließend 2 Tage am nicht weniger heißen Slovakia Ring. Doch immer der Reihe nach…

Die Anfahrt war für den ganzen Donnerstag geplant (Renntage waren Freitag, Samstag und theoretisch Sonntag). Wir starteten um ca. 09:00 in Innsbruck los und machten einen ersten Zwischenstopp in Seefeld um dort das zweite Ringmotorrad abzuholen. Die Weiterfahrt verzögerte sich allerdings etwas. Während der Wartezeit gab es noch eine Jause. Dann ging es weiter Richtung… nein nicht Kroatien sondern –> genau Richtung Tankstelle ;-).

So nunmehr vollgetankt und beladen war der Plan Richtung Ring… aber wir wären keine Alpenglüher wenn nicht noch was dazwischen gekommen wäre… Also noch einen letzten Abstecher nach Kufstein und dann ging es los…

Die Fahrt verlief ohne Probleme, lediglich die slowenische Vignette (40,– Euro für 10 Tage) führte zu dezenten Verstimmungen.

Am Ring angekommen, bauten wir alles gemütlich auf meldeten uns an und so weiter und so fort…

Erster Ringtag:
Erstaunlicherweise war das Teilnehmerfeld äußerst klein und nach der Fahrerbesprechung hatten wir die Gewissheit, dass es auch so bleiben würde. Das war insofern von Vorteil, als dass es keinerlei Gruppeneinteilung gab. Das hieß man konnte so lange und so oft fahren wie man wollte –> in einem Wort AWESOME!!!! Am ersten Tag machten wir uns mit der Strecke und Ihren Tücken vertraut und man merkte bald Fortschritte. Aber mit fortschreitender Zeit stiegen auch die Temperaturen und das Ringwochenende wurde zu einer wahren Hitzeschlacht. Lufttemperarturen um die 36 Grad Celsius und Asphalttemperaturen von ca. 70 – 80 Grad machten die Reifenwärmer fast überflüssig… Das getrunkene Wasser wanderte gefühlt direkt ins Leder, mhhhmmmmmmm lecker ^^ … Am ersten Vormittag waren auch schon 4 Ausfälle zu beklagen (Gott sei Dank nicht von unserer Seite). Am Ende des ersten Tages nur noch Essen, duschen und schlafen… kaputt…

Zweiter Ringtag:
Am Zweiten Tag gab es Frühstück und dann ab auf den Ring. Diesmal mit Zeitmessung für das Rennen am Nachmittag. Wir kannten die Strecke immer besser und deshalb war das Rennen am Nachmittag auch entsprechend spannend. Als fünfter bzw. achter startend verpasste Kanei-san nur um wenige Hundertstel das Podium. Cortino hatte aufgrund eines ungeplanten Ausritts in die Auslaufzone (nix passiert) 1 Runde Rückstand… Fuck… Nach der Siegerehrung gabs im angeschlossenen Lokal klassische Kroatische Küche und ein paar Bier… danach soweit wie möglich zusammengepackt und am nächsten Tag ab nach Slowakonien